Nähen für Grosse

Wickelkleid Nelly aus Tencel

Vor kurzem habe ich ein Bild von einem Wickelkleid auf Insta gesehen und dachte mir, genau so eines will ich haben! Es wäre perfekt für die Taufe meines Gottimeitlis (auf Deutsch heisst das wohl Patenmädchen oder so…).

Also habe ich mir das Schnittmuster gekauft und den Stoff bestellt. Es ist ein wunderbarer Tencel in der Farbe deep green von MeetMILK. Er fühlt sich so weich an, fast samtig und fällt extrem schön. Einfach ein Traum! Tencel Lyocellfastern werden aus nachhaltigen Holzquellen gewonnen, die aus zertifizierten und kontrollierten Quellen in natürlichen Wäldern und nachhaltig bewirtschafteten Plantagen gewonnen werden. Also nochmals einen Pluspunkt für dieses Stoff. In der Zwischenzeit habe ich mir nochmals ein Stück geholt, diesmal in einer anderen Farbe. Bin mal gespannt, was ich daraus nähe…

 

 

Zurück zum grünen Projekt: Das Schnittmuster ist das Wickelkleid Nelly von The Couture. Ich muss gestehen, ich kannte das Labelvorher nicht. Aber die Kira ist mir inzwischen extrem sympathisch und es wird nicht mein letztes Schnittmuster von ihr sein. Zurzeit liebäugle ich mit dem Blusenkleid Susann oder dem Kimono Cardigan. Ich merke, ich schweife schon wieder ab. Die Nelly lässt sich auch als Bluse und mit Flügelärmeln oder langen gerafften Ärmeln nähen. Ich wollte aber 3/4-Ärmel und habe sie deshalb gekürzt und etwas verschmälert und den Gummizug weggelassen. Die Länge des Kleides habe ich auf «kirchentauglich» angepasst, da das Kleid ja für eine Taufe gedacht war. Die Wickelteile werden mit Hilfe von Druckknöpfen auf Position gebracht, so dass nichts rutschen kann. Da es mir sehr wichtig war, dass das Kleid perfekt wird, habe ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Probestück genäht. Und das war auch gut so.

 

Am Nähcamp von ellepuls habe ich bei der absolut tollen Meike Rensch-Berger (auch bekannt als fraucrafteln) einen Blitzworkshop zum Thema Schnittmusteranpassung besucht. Ein paar Aha-Effekte schlauer habe ich mich dann gleich ans Werk gemacht und habe den Brustabnäher sowie die Taille nach unten versetzt und die Taille verschmälert. All diese Anpassungen passten aber überhaupt nicht. Der Abnäher war zu tief, die Taille lag auf der Hüfte und war demnach viel zu schmal (oder die Hüfte zu breit, je nach Blickwinkel). Also habe ich schlussendlich das unveränderte Original-Schnittmuster verwendet und mir das Buch von Meike bestellt, um mich nochmal etwas intensiver mit diesem Thema zu befassen 😊 Einzige kleine Anpassung war, dass ich den Brustabnäher etwas verkürzt habe, damit der Spitz nicht Mitten auf meiner Brust zu liegen kommt. Und was soll ich sagen, das Kleid sass perfekt! Also zumindest vorne. Hinten hatte ich zu viel Stoff und es warf Falten.

Dies liegt einerseits an meinem Hohlkreuz und andererseits an meinem Entenpopo. Beim Zuschneiden erinnerte ich mich an den Satz von Meike, desto mehr vertikale Nähte ein Kleidungsstück besitzt, desto besser könne es angepasst werden. Deshalb habe ich das Rückenteil nicht im Bruch, sondern zwei Mal gespiegelt zugeschnitten. Genau entlang dieser Rückennaht nahm ich eine Korrektur vor und passte das Kleid meiner Rückenform an. Zusammen mit dem Bindegürtel beschloss ich vor dem Spiegel, dass dies so okay ist. Erst jetzt, beim Sichten der Fotos habe ich diese Querfalte unterhalb des Bindegürtels gesehen. Ich denke, hier wäre noch eine klassische Hohlkreuzanpassung angebracht. Oder was meint ihr??

 

Das Kleid zu nähen war sehr mediativ für mich. Es war nicht einfach ein schnelles Jersey-Shirt mit der Overlock, sondern ein langsames und bewusstes Nähen. Alle Schnittteile habe ich vorher mit der Ovi versäubert, jeweils die Nahtzugaben flachgebügelt, Nahtband am Ausschnitt und Rückenbeleg verwendet und und und. Es hat wirklich Spass gemacht und mit dem Ergebnis bin ich ziemlich zufrieden. Es sieht zwar nicht ganz so locker flockig aus wie auf dem Bild, dass ich ursprünglich im Kopf hatte, aber es trägt sich dennoch wunderbar!

 

Ein besonderes Kleid für einen besonderen Anlass musste her. Das Wickelkleid Nelly aus Tencel trägt sich wie ein Traum.

 

Natürlich musste auch noch ein Jäckchen her. Mir schwebte ein Bolero oder ähnliches vor. Bei der Suche im worldwideweb bin ich auf die Jenna von Schnittgeflüster gestossen. Schlicht, einfach und schnell genäht. Es war perfekt. Die Ärmel habe ich leicht länger gemacht als die des Kleides und die Jacke um ca. 10 cm gekürzt. Der Stoff ist ein French Terry mit einer plastikartigen Beschichtung. Gemäss Verkäuferin ist er für Badetücher gemacht. Aber ich finde, er macht sich auch als Überwurfjäckchen sehr gut!

 

 

Am Tag der Taufe lag übrigens Schnee (also zumindest am Morgen, aber da hatte ich keine Zeit für Fotos). Aber meine neue, selbstgenähte Winterjacke kam natürlich zum Einsatz. Mehr dazu findet ihr in meinem Post zum MAcleo Parka.

 

 

So, nun hoffe ich, dass endlich bald der richtige Frühling kommt, und ich meine Nelly ohne Strumpfhose (ich trage übrigens zwei übereinander) ausführen kann.

 

 

Seid lieb gegrüsst

Stoff Wickelkleid: Tencel von meetMilk, gekauft bei stoffkiste.ch
Stoff Jäckchen: French Terry mit «Plastik»-Beschichtung in mint, gekauft bei créaspère
Schnittmuster: Nelly von The couture (Wickelkleid) sowie Jenna von Schnittgeflüster (Überwurfjäckchen)

Verlinkt mit DufürdichamDonnerstag, Thecreativelovers

Beitrag enthält lieb gemeinte Werbung aus Überzeugung (Stoff und Schnittmuster selbst gekauft)

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